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Die Ursachen und Behandlung einer Depression

Müssen es gleich Medikamente sein?

Depression behandeln: Warum alleine Medikamente oft nicht die Lösung sind

“Was ist, wenn man auch mit Gesprächen eine Veränderung erreichen könnte?” antwortete einmal eine Therapeutin auf die Frage eines Patienten: “Soll ich Medikamente nehmen?”

Und genau das ist es auch, was die Psychotherapie für die Betroffenen tun kann und muss. Mit ihm reden und Hintergründe erfahren.

Manchmal geht es nicht ohne medikamentöse Behandlung. Gerade bei einer schweren und langandauernden depressiven Erkrankung kann auch langfristige medikamentöse Unterstützung, beispielsweise mit einem Antidepressivum, notwendig sein. Medikamente werden immer von einem Facharzt verschrieben.

Je nach Schweregrad kann es sogar fahrlässig sein, auf die Behandlung mit Medikamenten zu verzichten, die der Patient zur Stabilisierung benötigt.

Medikamente und Psychotherapie sind oft eine wichtige Kombination, um überhaupt wieder handlungsfähig zu werden und am Leben teilzunehmen.

Es kann aber nicht das Ziel sein, auf längere Sicht nur auf die medikamentöse Therapie zu setzen. Medikamente können auch unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen.

Vielmehr sollten die Ursachen der Erkrankung beleuchtet werden, was Aufgabe der Psychotherapie ist, statt vorrangig Symptome zu behandeln. Ganz besonders bei leichten bis mittelschweren Depressionen.

Außerdem ist die Kombination aus Psychotherapie und der Einnahme von Medikamenten auf Dauer zu überdenken, da die Medikamente den Zugang zu Behandlungsthemen in der Therapie und damit die Wirksamkeit des Therapieprozesses erschweren können.

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Symptome und Häufigkeit einer Depression

Depression ist ein ernsthaftes, weit verbreitetes, psychisches Leiden, das das Leben von Millionen von Menschen weltweit beeinträchtigt. 

Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) waren im Jahr 2023 14,4 % der Erwachsenen in Deutschland von einer depressiven Symptomatik betroffen. Frauen waren häufiger betroffen als Männer, und jüngere Erwachsene (18-29 Jahre) zeigten mit 19,4 % den höchsten Anteil an depressiven Symptomen.

Im Laufe seines Lebens erkrankt etwa jeder 5. bis 6. Erwachsene in Deutschland mindestens einmal an einer Depression. Frauen erhalten eine Diagnose wesentlich häufiger als Männer.

Oft verläuft die Erkrankung in Episoden und Schüben und auch manchmal im Wechsel mit Phasen der Agitiertheit sowie in unterschiedlichem Schweregrad. 

Die unipolare Depression macht den größten Teil der Störungen aus und unterscheidet sich von bipolaren Störungen dadurch, dass nur depressive Episoden auftreten, ohne manische Phasen.

Menschen, die an einer Depression leiden, erleben eine Vielzahl von emotionalen und körperlichen Symptomen, die das tägliche Leben stark beeinträchtigen können. Zum Beispiel:

  • Gefühle von Traurigkeit und Leere: Betroffene fühlen sich oft über einen längeren Zeitraum hinweg traurig, hoffnungslos oder leer.

  • Interessenverlust: Dinge, die einst Freude bereiteten, verlieren ihren Reiz und Betroffene haben oft Schwierigkeiten, sich zu motivieren.

  • Müdigkeit und Energiemangel: Chronische Müdigkeit und ein Gefühl von Erschöpfung sind häufige Beschwerden bei Depression. Man ist antriebslos, ohne Ziele und bleibt am besten gleich im Bett.

  • Schlafstörungen: Insomnie (Schlaflosigkeit) oder Hypersomnie (übermäßiges Schlafen) können auftreten.

  • Veränderungen im Essverhalten: Ein Verlust des Appetits oder übermäßiges Essen werden beobachtet. Dies kann aber auch mit anderen psychischen Erkrankungen wie Angststörungen einhergehen.

  • Konzentrations- und Entscheidungsschwierigkeiten: Depression beeinträchtigt oft die kognitive Leistungsfähigkeit.

  • Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld: Betroffene haben oft ein vermindertes Selbstwertgefühl und fühlen sich schuldig ohne erkennbaren Grund.

  • Gedanken an Tod oder Suizid: Suizidgedanken oder -versuche sind schwerwiegende Symptome und erfordern sofortige ärztliche Hilfe. Bei einer Depression wird in der Regel das Vorhandensein solcher Gedanken abgeklärt. Sie sind wesentlich häufiger als bei gesunden Menschen.

Wie lange kann eine depressive Episode dauern

  • Leichte depressive Episoden können einige Wochen bis wenige Monate andauern und manchmal auch von selbst wieder abklingen. Bekannt ist zum Beispiel die Winterdepression, wo schon Lichttherapie helfen kann.
  • Mittelschwere bis schwere depressive Episoden dauern oft mehrere Monate und benötigen in der Regel professionelle Behandlung.
  • Unbehandelt kann eine chronische Depression entstehen, die sich über mehrere Jahre hinziehen kann.

Was sind mögliche Ursachen, dass jemand depressiv ist 

Es ist bekannt, dass Depressionen diverse Ursachen haben können. Zu den bekanntesten Faktoren zählen:

  • Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung von Depressionen deutet auf eine genetische Komponente, also Vererbung, hin. Als soziale Wesen sind wir aber auch von Mustern geprägt, die in unserer Familie und Umgebung erlernt wurden und die uns später im Leben schaden können. 
  • Biochemische Faktoren: Ungleichgewichte der Botenstoffe im Gehirn. Die Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin sollen eine Rolle spielen. In der aktuellen Forschung zum Thema Botenstoffe und Medikamente gibt es aber Diskussionen über den genauen Wirkmechanismus und damit die Frage, ob und wie Antidepressiva wirken.
  • Psychosoziale Stressoren: Traumatische Erlebnisse, Ängste und Verluste, Stress, Arbeitslosigkeit oder familiäre Konflikte können Depressionen auslösen oder verstärken.
  • Persönlichkeitsmerkmale: Betroffene Menschen weisen oft bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie Perfektionismus, geringes Selbstwertgefühl oder hohe Empfindsamkeit auf. Irgendwo muss man diese Eigenschaften allerdings erworben haben.
  • Physiologische, körperliche Faktoren: Chronische Erkrankungen, hormonelle Veränderungen (z.B. nach der Geburt eines Kindes gibt es die Wochenbettdepression), Schilddrüsen- und neurologische Erkrankungen, sowie Suchtmittel-, und Drogenmissbrauch können ebenfalls Depressionen begünstigen. Auch wird diskutiert inwiefern eine Ernährung mit zu viel Zucker zu Depressionen bei Männern beiträgt, auch wenn dies nicht die primäre Ursache ist.

Um zu entscheiden, ob eine psychotherapeutische Behandlung möglich ist, müssen die Ursachen zunächst beleuchtet werden.

Wie läuft die Behandlung einer Depression. Genügt Psychotherapie und braucht es Antidepressiva?

Am Anfang der Therapie sollte man sich einen Eindruck verschaffen, wie die aktuelle Lage des Patienten ist, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und ob es Grenzen einer psychotherapeutischen Behandlung gibt. Auch ist eine Einschätzung zu treffen, ob eine leichte Depression oder bereits eine Erkrankung fortgeschrittener Schwere vorliegt.

Auch der Gedanke, ob vielleicht körperliche Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen, sollte immer mit dabei sein. Das ist dann die Aufgabe der Fachärzte. Der Therapeut wird eine entsprechende Empfehlung aussprechen.

Eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten kann eine Zeit lang angesagt sein. Kommen Medikamente zum Einsatz, sollte es das Ziel sein, mittelfristig auf diese zu verzichten. Insbesondere bei leichter bis mittelschwerer Depression. Anzumerken ist, dass Medikamente wie Antidepressiva helfen können, Symptome zu lindern, aber nicht die Ursachen beseitigen.

Die Psychotherapie kann dann mit den Patientinnen und Patienten die psychosozialen Faktoren beleuchten und den Ursachen für besondere Persönlichkeitsmerkmale auf den Grund gehen.

Es kann eine Lebensstiländerung angeraten sein: Regelmäßige körperliche Aktivität, Sport und Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ein geregelter Schlafrhythmus können unterstützend wirken. Hierzu müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, so dass der Patient dies umsetzen kann.

Der Austausch mit vertrauten Personen oder therapeutischen Gemeinschaften kann Betroffenen helfen, sich weniger isoliert zu fühlen. Angehörige und Bezugspersonen können eingebunden werden. Depressionen sind im Kontakt mit anderen Menschen in der Regel weniger intensiv. Auch ist es manchmal ratsam, zusätzlich die Hilfe von Selbsthilfegruppen in Anspruch zu nehmen.

Das Vorliegen von akuten suizidalen Gedanken in einer depressiven Phase muss insbesondere abgeklärt werden.

Im schlimmsten Fall muss über einen vorübergehenden Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik nachgedacht werden und durch einen niedergelassenen Arzt beantragt werden. Stationäre Aufnahme ist bei Selbstmordabsichten zum Selbstschutz ganz besonders angesagt. Diese Maßnahmen sind aber eher selten notwendig.

Bei der Behandlung der Depression kommen unter anderem Ansätze aus der Verhaltenstherapie, der analytischen Psychotherapie, der systemischen Therapie oder der Traumatherapie zum Einsatz.

Um die Qualität der Behandlung einer unipolaren Depression zu gewährleisten, gibt es eine Nationale Versorgungsleitlinie unipolare Depression. Für bipolare Störungen gibt es eigene Leitlinien, z. B. die S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie Bipolarer Störungen.

Wie lange die Behandlung dauert, hängt vom Schweregrad der Depression ab.

Akuttherapie oder Prävention, damit es gar nicht zu einer depressiven Phase kommt

Die Prävention von Depressionen ist ebenso wichtig wie deren Behandlung.

Achtsamkeit, Stressbewältigung und der Aufbau eines stabilen sozialen Netzwerks können dazu beitragen, das Risiko einer Depression zu verringern und einen Rückfall zu verhindern. 

Eine Therapeutin oder ein Therapeut kann dem Patienten oder der Patientin hier Werkzeuge zur Stressbewältigung und Regelung des Organismus an die Hand geben.

Depression ist eine komplexe Erkrankung, die ernst genommen und entsprechend behandelt werden muss. 

Ein umfassender Ansatz, der psychologische, medizinische und soziale Aspekte berücksichtigt, bietet die besten Chancen auf eine erfolgreiche Bewältigung der Krankheit.

Das Ziel der Behandlung von Depression sollte die Wiedererlangung der psychischen Stabilität und langfristige Besserung sein und eine weitere depressive Episode abzuschwächen oder zu vermeiden. Dazu müssen die Hintergründe intensiv beleuchtet werden.

Was können Angehörige bei einer schweren Depression tun

Angehörige können bei einer schweren Depression helfen, indem sie geduldig und verständnisvoll sind. Der Erkrankte sucht sich dieses Leiden nicht aus. Wichtig ist, der betroffenen Person zuzuhören, ohne Druck auszuüben oder die Krankheit zu verharmlosen.

Ermutigung zur professionellen Hilfe, wie einem Arztbesuch oder einer Therapie, kann entscheidend sein.

Gleichzeitig sollten Familienmitglieder und Freunde auf ihre eigene mentale Gesundheit achten und sich bei Bedarf selbst Unterstützung holen.